Urteil zu Google Analytics: Diese 3 Maßnahmen braucht deine Website jetzt

Google Analytics ist illegal! Zumindest, wenn es nach der Auffassung mancher Expert:innen geht. Wie du dich und dein Unternehmen jetzt absichern kannst.

In diesem Artikel

Eines sei gleich vorweg gestellt: Du brauchst keine Panik zu haben, nur weil die DSB den Einsatz von Google Analytics quasi für "illegal" erklärt hat. Wie wir so schön zu sagen pflegen: Es gibt immer eine Lösung. Wir sehen uns an, welche Maßnahmen du treffen kannst, um deine Website datenschutzkonform zu halten und deine Nutzerdaten zu sichern.

Hinweis: Wir geben hier keine Rechtsberatung und empfehlen dir nicht, eine spezielle Handlung zu tätigen oder zu unterlassen, da wir deine Situation und deine Ausgangslage nicht kennen - im Zweifelsfall unterstützen wir dich aber gerne dabei, das herauszufinden und dir gute rechtliche Beratung zu suchen.

Was bisher geschah - von NOYB bis EUGH, zur DSB

Es war ein Paukenschlag nach dem anderen für die Digital-Marketing-Szene: Zuerst erklärt der EuGH, Google Analytics verstoße gegen die in der DSGVO festgeschriebenen Exportverbote für Daten. Dem vorangegangen waren mehrere Beschwerden des Datenschutz-Vereins NOYB. Danach wurde das "Privacy Shield" de facto zerschlagen. Geschehen ist seitdem: Quasi nichts. Mit "Standardvertragsklauseln" wurde versucht, das Schutzniveau zumindest juristisch wiederherzustellen. Diese sollten das Umsetzen technisch-organisatorischer Maßnahmen (TOMs) bezeugen und so erklären, dass zum Datenexport rechtlich doch eine Grundlage vorherrschte. Das lies sich zumindest die österreichische Datenschutzbehörde (DSB) nicht so recht gefallen und hat jetzt mit Bescheid festgestellt, dass die Nutzung auf Websites nicht DSGVO-konform möglich ist. Im genauen Wortlaut:

Die Datenschutzbehörde hat daher mit Bescheid festgestellt, dass Website-Betreiber das Tool Google Analytics (jedenfalls auf Grundlage des im Bescheid festgestellten Sachverhalts) nicht in Einklang mit der DSGVO einsetzen können. Dieser Bescheid ist nicht rechtskräftig.

Datenschutzbehörde Österreich, Bescheid D155.027 GA

Klingt schrecklich? Keine Sorge, das wird schon. Keine Frage, dieser Bescheid und das dazugehörige Urteil sind vor allem für Kleinunternehmer:innen erneute Hiobsbotschaften. Daher haben wir folgende Optionen für dich zusammengefasst, wie du jetzt vorgehen kannst.

Alternative Analysemethoden verwenden

Eine auf den ersten Blick simple Methode, vor allem für kleine Unternehmen, die Google Analytics nicht mit anderen Services verknüpft haben lautet: Nutze eine Google Analytics Alternative. Hier gibt es viele Möglichkeiten, einige davon verwenden wir auch auf unseren Websites und auf Websites von Kund:innen mit großem Erfolg.

Matomo

Matomo ist eine veritable Google Analytics Alternative
Matomo ist eine veritable Google Analytics Alternative

Matomo (früher: Piwik) übernimmt das meiste von dem, was Google Analytics tut. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es genau die Funktion anbietet, die du brauchst.

Zu diesen Standard-Funktionen gehören Metriken über die Anzahl der Besucher:innen (Besucherzahlen), die auf Ihre Website zugreifen, Daten darüber, woher sie kommen (sowohl im Web als auch geografisch), die Seiten, an denen sie deine Website verlassen oder abspringen und die Möglichkeit, Suchmaschinenverweise zu verfolgen. Matomo bietet auch viele Berichte und lässt das Dashboard fast nach Belieben anpassen.

Um uns allen das Leben ein Stück weit zu erleichtern, lässt sich Matomo über verschiedene Plugins in mehr als 65 Content-Management-, E-Commerce- und Online-Forum-Systeme integrieren, darunter WordPress, Magneto, Joomla, Drupal und vBulletin. Andere können über einen Tracking-Link integriert werden.

Matomo Website besuchen

Open Web Analytics (OWA)

Open Web Analytics (OWA) ist ein Open-Source-Webanalysesoftware-Framework, mit dem du analysieren und nachverfolgen kannst, wie deine Websites genutzt werden. OWA bietet Entwickler:innen einfache Möglichkeiten, Webanalysen zu Websites hinzuzufügen, indem sie einfache Javascript- und PHP-basierte APIs verwenden. OWA unterstützt auch die Verfolgung von Websites, die mit gängigen Content-Management-Systemen (CMS) wie WordPress erstellt wurden. Damit könnte OWA auch für dich eine gute Möglichkeit sein. OWA hat sich auch auf die Fahnen geschrieben, die DSGVO stark zu respektieren und First-Party-Kontrolle zu ermöglichen.

OWA Website besuchen

Plausible.io

Genau wie Matomo auch, ist Plausible ein Open Source Tool, das es dir ermöglicht, die Daten zu 100% zu kontrollieren - und damit auch für Ihre Sicherheit zu bürgen. Plausible wurde mit Blick auf Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit entwickelt. Das ist die Idee hinter dieser Google Analytics Alternative. Das Team von Plausible haben in akribischer Arbeit Web-Analyse-Tool entwickelt, das sich nur auf die wichtigsten Website-Statistiken und -Metriken konzentriert. Webmaster sehen die einzelnen Besucher, Seitenaufrufe und Absprungraten für das gewählte Datum oder den gewählten Zeitraum und können natürlich Vergleiche aufrufen. Außerdem ist das Analytics-Snippet sehr klein und belastet den Server fast nicht.

Plausible Website besuchen

Google Analytics absichern und warten

Wenn du aktuell Google Analytics hast und es noch verwendest, kann es helfen, auf diese Punkte zurückzugreifen.

  1. IP-Adressen anonymisieren lassen. Das sollte Standard sein.
  2. Tracking erst nach Einwilligung durch Userinnen und User starten.
  3. Cookie-Consent-Banner einbauen. Jede Website benötigt einen DSGVO-konformen Cookie-Consent-Banner, der über etwaiges Tracking informiert.
  4. Migration auf Google Analytics 4 und damit Cookieless-Tracking (Tracking, ohne Cookies)

Da im vorliegenden Fall, der aktuell durch die Medien geistert, eine eher unsaubere Einbindung von Google Analytics durchgeführt wurde (kein Consent vor Tracking, keine vollständige Anonymisierung) kann es sein, dass diese Punkte dich vorläufig etwas sicherer darstellen.

Individuallösung entwickeln oder abwarten

Selbst bei Tools wie Matomo, OWA oder Plausible kann es bei falscher Handhabung dazu kommen, dass ein bestimmter Service nicht die notwendigen Datenschutzvoraussetzungen erfüllt. Ob es sinnvoll und in der Kosten-Nutzen-Abwägung noch realistisch ist, eine komplett eigenständige Lösung zu entwickeln, bleibt hier dahingestellt. Oftmals hilft es eher, sich professionell an die Thematik heranzutasten. Wer sich daher nicht gut auskennt, sollte sich im Zweifelsfall an Profis wenden, die beim Umstieg auf neue Tracking-Lösungen unterstützen können.

Wer auch etwas "draufgängerischer" ist, kann auch Option 2 wählen und darauf warten, wie die Einbindung der oberen Punkte bei einer eventuellen Prüfung gehandhabt wird. Google selbst hat bereits auf den Bescheid reagiert und gibt sich kämpferisch. Man darf also erwarten, dass das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen ist.

Wofür brauche ich eine Website-Analyse?

Um sich der Wichtigkeit sinnvoller Analyse bewusst zu werden, hilft es, sich dieses Zitat vor Augen zu führen.

"Half the money I spend on advertising is wasted; the trouble is I don't know which half!"

John Wanamaker (1838-1922)

Zu wissen, wie Besucherinnen und Besucher deine Website nutzen und was sie davon erwarten, ist entscheidend für die Entwicklung einer erfolgreichen Online-Strategie und Zielgruppenansprache. Unabhängig davon, ob das Ziel darin besteht, die Website oder den Service auf die Bedürfnisse der Anwender:innen zuzuschneiden oder sie dazu zu bringen, ihr Verhalten unseren Gunsten zu ändern, ist es wichtig zu wissen, wie die Website aktuell genutzt wird. Mit historischen und aktuellen Daten über die Nutzung und können Geschäftstätige und Unternehmensinhaber:innen ihre Online-Strategie optimieren und künftige Ziele definieren.

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